20090630 merkur interview: Das titellose Jahr nerv

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„Wir verbessern uns von Jahr zu Jahr“: Philipp Lahm hat noch einen Vertrag bis 2012 – und bis dahin große Ziele mit dem FC Bayern. © dpa

Aktualisiert: 30.06.09 19:42

„Das titellose Jahr nervt uns gewaltig“

München – Philipp Lahm über die neuen Bayern, Trainer van Gaal, Ribery und eine Ersatzbank ohne den Blickfang Uli Hoeneß

Heute startet der FC Bayern die Vorbereitung auf die neue Saison. Der Auflauf wird groß, das DSF überträgt den Auftakt sogar live ab 10.30 Uhr. Philipp Lahm ist bestens vorbereitet – gestern brachte er sich bei einem Tennismatch gegen Andreas Ottl noch mal in Schwung. Danach fand er Zeit, mit uns auf die neue Saison zu blicken.

-Herr Lahm , wie groß ist die Vorfreude auf die neue Saison und den Start in die Vorbereitung? 
Da ich in diesem Jahr mal wieder vier Wochen spielfrei hatte, ist die Vorfreude diesmal natürlich umso größer.

-Wo haben Sie denn die ungewohnt viele Freizeit verbracht – stand im Urlaub Entspannung an oder ruhte der Blick doch stets auf der neuen Saison, die strapaziös werden wird mit der WM am Ende ? 
Nach der Asienreise mit der Nationalelf bin ich mit meiner Freundin für zehn Tage auf die Malediven geflogen. Da konnte ich mich gut erholen. Den Rest des Urlaubs habe ich auch entspannt daheim in München verbracht. Und hauptsächlich habe ich mich mit Tennis fit gehalten.

-Hinter dem FC Bayern liegt eine Saison ohne Titel. Wie sehr nervt Sie das? 
Das titellose Jahr nervt uns natürlich gewaltig. Aber obwohl wir für unsere Verhältnisse eine schwache Saison gespielt haben, waren wir am Ende nur zwei Punkte hinter Meister Wolfsburg und haben uns direkt für die Champions League qualifiziert. Sportlich muss man jedoch anerkennen, dass andere Teams in der letzten Saison besser waren.

-Welche Ziele verfolgen Sie in der neuen Saison? Und was hat Priorität?
Wir wollen natürlich wieder nationale Titel holen und international näher an die europäische Spitze heranrücken. Priorität besitzt dabei die Meisterschaft. Die Schale soll im nächsten Jahr wieder nach München kommen.

-Louis van Gaal gilt als taktisch versierter Trainer-Routinier. Ist er ein Mann nach Geschmack von Philipp Lahm? Was versprechen Sie sich von ihm? 
Sehr viel. Er ist ein Trainer von internationalem Renommee, der große Erfolge gefeiert hat und viel Wert auf Disziplin und Taktik legt. Ich bin sicher, er bringt uns weiter.

-Bei den Neuzugängen sind überraschend unbekannte Namen zu finden – schon ein deutliches Zeichen, wie sehr die Mannschaft die Handschrift des neuen Trainers trägt? 
Nach einer sportlich enttäuschenden Saison ist es klar, dass Veränderungen gemacht werden. Und der Trainer hat natürlich seine Vorstellungen, die er umsetzen möchte.

-Um Franck Ribery herrscht seit Wochen Hickhack. Was ist Ihr Wunsch: Soll er Münchner bleiben?
Auf jeden Fall! Der FC Bayern möchte wieder in die internationale Spitze, und dazu braucht es Weltklasse-Spieler. Franck ist so einer.

-Wie groß ist die Gefahr, dass Sie nach einer weiteren Saison ohne Fortschritt Bayern verlassen? 
Ich habe jetzt noch drei Jahre Vertrag und möchte den erfüllen. Ich denke, dass wir uns von Jahr zu Jahr verbessern und auch international erfolgreich sein werden. Dafür werde ich mich einsetzen.

-Es wird vieles neu in der anlaufenden Saison – eine Neuerung ist auch, dass Uli Hoeneß nicht mehr auf der Bank sitzt. Wird das ein komisches Gefühl? 
Ja, das wird am Anfang schon etwas ungewohnt sein. Gerade als Außenspieler hat man öfters Kontakt zur Bank und da war er natürlich ein Blickfang. Oder auch in der Kabine war er immer ein wichtiger Teil des Teams. Ich denke aber auch, dass Uli Hoeneß in Christian Nerlinger den idealen Nachfolger gefunden hat, der ähnlich kompetent auf die Mannschaft einwirken wird.

Interview: Andreas Werner


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