20090904 tz interview: Ribéry? Abwarten, wie van G

„Ribéry? Abwarten, wie van Gaal reagiert“

Aktualisiert: 04.09.09 16:01

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Philipp Lahm glaubt fest an den Gruppensieg in der WM-Qualifikation

© Imago

Köln - Im tz-Interview spricht Philipp Lahm über die anstehenden Länderspiele, über Franck Ribérys Kritik an Louis van Gaal, über die Robben-Verpflichtung und über die Qualität der Bayern-Defensive.

Herr Lahm, Sie engagieren sich sozial in Südafrika. Ist das Länderspiel gegen Südafrika (Samstag, 20.45 Uhr, ZDF live) ein besonderes für Sie?

Lahm: Eigentlich ist es ein Spiel wie jedes andere. Aber der Gegner ist eben der nächste WM-Gastgeber und das ist eben doch was Besonderes. Ich habe in Südafrika einen Fußballplatz bauen lassen, um Kinder von der Straße weg zu bekommen. Es wäre schön diesen Platz nächstes Jahr sehen zu können.

Südafrika und Aserbaidschan dürften kein Problem sein. Eine Niederlage in Russland könnte den zweiten Platz und somit die Playoffs bedeuten. Sind Sie in Sorge?

Lahm: Nein. Wir sind stark genug, um in diesem entscheidenden Spiel mindestens einen Punkt zu holen um dann erster in unserer Gruppe zu werden.

Gerade in solchen Spielen, muss man zeigen, wer man ist. Wer übernimmt die Rolle eines Frings, Lehmann und irgendwann eines Ballack?

Lahm: Die Spieler, die länger dabei sind. Wichtig ist, jahrelang Leistung zu bringen. Dann wächst man in diese Rolle. Das kann nie ein Einziger sein.

Wer ist das in der Mannschaft und wo sehen Sie Ihre Rolle?

Lahm: Genau dort. Schweinsteiger, Klose und auch ich müssen solche Rollen übernehmen.

Zu Bayern: Ribéry scheint nicht das beste Verhältnis zu Trainer van Gaal zu haben.

Lahm: Ein neuer Trainer ist für jeden eine große Umstellung. Ich finde es besser, wenn am Anfang die Schraube fest angezogen wird und langsam gelockert wird. Irgendwann können Kapitän und andere darauf eingehen. Erst locker zu lassen und dann anzuziehen, funktioniert nicht.

Die Schärfe der Ribéry-Kritik hat doch überrascht. Ein Machtkampf?

Lahm: Das muss intern geklärt werden. Abwarten, wie der Trainer reagiert. Ich finde, wir haben Spaß im Training. Es wird hart gearbeitet, aber die Freude ist da.

Ist die Kritik schädlich?

Lahm: Ich empfinde das nicht so wie Franck. Der Spaß steigt natürlich mit dem Erfolg. Wenn Bayern zwei Jahre in Folge nicht Meister wird, wird es happig. Aber ich bin von der Arbeit von van Gaal überzeugt. Es ist eine Frage der Zeit, bis alles greift.

Muss man einem Ribéry erklären wie Fußball funktioniert?

Lahm: Auch wir müssen lernen, wie das 4-3-3-System funktioniert. Man muss das System im Detail an die Spieler anpassen.

Perfekt läuft bisher immerhin das Essverhalten. Da herrschen Disziplin und Ordnung. Für einige ist das eine Bevormundung, die nicht gut ankommt…

Lahm: Alle kann man nie zufrieden stellen. Ich wurde so erzogen, dass keiner aufsteht, bevor der letzte mit dem Essen fertig ist. Wir essen im Schnitt eine halbe Stunde. Da ist es doch nicht zuviel verlangt, sitzen zu bleiben. Es hat was, zusammen zu sitzen, miteinander zu reden, sich besser kennenzulernen.

Hat die Mannschaft einen harten Hund gebraucht?

Lahm: Es ist jetzt alles neu. Die Ansprache, die Kleiderordnung, das System. So einen Trainer hatten wir noch nie.

Dafür haben Sie mit Robben den nächsten Topmann…

Lahm: Richtig. Damit sind wir auf einem guten Weg in Europa. Dafür braucht es solche Transfers. Diese Extraklasse muss das Ziel sein.

Hätte Bayern sich nicht auch defensiv verstärken müssen?

Lahm: Man hat niemanden bekommen, der uns weiterbringt und wir sind auch so bestens aufgestellt. Auch international. Ob es für ganz oben reicht, wird man sehen. Wir müssen uns jedes Jahr verstärken.

Tut Ihnen Rensing leid? Oliver Kahn war der Meinung, dass Rensing den Verein wechseln solle. Karl-Heinz Rummenigge hat diese Ratschläge kritisiert.

Lahm: Jeder darf seine Meinung kundtun. Irgendwo gehört das zum Geschäft.

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