20050425 kicker: Philipp Lahm im Interview

25.04.2005, 10:13

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"Am Ende kann der Punkt ganz schön wichtig sein"

Froh darüber, wieder am Ball zu sein: Philipp Lahm.

© Kicker

kicker: Erster Einsatz in der Startelf seit dem 17. Spieltag, 50. Bundesligaspiel insgesamt - sagen Sie mal, Herr Lahm, so einen Tag haben Sie sich sicher ganz anders vorgestellt.

Philipp Lahm: Zum einen war's für mich ein schönes Gefühl, wieder von Beginn an dabei zu sein. Zum anderen haben wir uns alle das Spiel anders vorgestellt.

kicker: Sie wurden ausgepumpt ausgewechselt. Wie steht's mit Ihrer Fitness?

Lahm: Es reicht noch nicht für volle 90 Minuten. Ich bin noch nicht bei hundert Prozent. Aber Hauptsache mein Fuß hält.

kicker: Warum tat sich der VfB gegen den VfL so schwer?

Lahm: Uns hat ein bisschen der letzte Biss gefehlt, der letzte Pass ging oft daneben. Und leider haben wir unsere Chancen nicht konsequent genutzt.

kicker: Der Sprung auf Platz zwei wurde erneut verpasst. Was fehlt dem VfB in diesen Tagen?

Lahm: Nicht viel jedenfalls. Wir können uns nicht vorwerfen, dass wir nicht wollten. Dass wir nicht alles versucht und nicht gekämpft haben.

kicker: Haben Sie die Zwischenresultate aus Berlin auf der Anzeigetafel mitbekommen?

Lahm: Nicht jedes, aber man kriegt schon mit, wie's bei den anderen Spielen steht.

kicker: Bedeuten solche Einblendungen zusätzlichen Druck? Rang zwei vor Augen, den Atem der Verfolger im Nacken?

Lahm: Nein. Wir sollten nur nach uns und nicht nach den anderen schauen. Wir hatten ein Heimspiel, das wir unbedingt gewinnen wollten.

kicker: Was nicht klappte. Hätte die Mannschaft nicht etwas mehr wagen sollen?

Lahm: Wir haben doch offensiv gespielt, haben über Außen versucht Druck zu machen, haben bis zum Schlusspfiff auf einen Treffer gedrängt. Sogar Meira und Babbel sind oft mit nach vorne. Noch mehr Risiko wäre nicht richtig gewesen. Wir sollten nicht vergessen, dass wir in dieser Saison solche Spiele auch schon verloren haben.

kicker: Die Fans waren trotzdem enttäuscht.

Lahm: Wir sind ja auch nicht zufrieden. Man muss die Fans verstehen. Sie kommen ins Stadion, zahlen Geld, unterstützen uns - und wir gewinnen nicht.

kicker: Ihr Kollege Timo Hildebrand war ziemlich sauer, sprach von fehlendem Vertrauen der Anhänger in die Mannschaft.

Lahm: Die Pfiffe sind nicht schön, aber als Spieler müssen wir sie verstehen. Die Leute haben eben gewisse Erwartungen. Wir haben sicher schon bessere Spiele gemacht - aber auch schon schlechtere. Leider klappt nicht immer alles, obwohl man alles versucht hat.

kicker: Es fällt auf, dass der große Frust ausgeblieben ist.

Lahm: Ich will keineswegs das 0:0 schönreden. Fest steht: Wir sind nicht zufrieden damit. Aber noch stehen vier Spiele an. Und am Ende kann dieser Punkt noch ganz schön wichtig sein.

kicker: Im Stadion saß Bundes-Co-Trainer Jogi Löw. Hatten Sie mit ihm Kontakt?

Lahm: Nein. Das kommt sicher noch. Ich hoffe jedenfalls, beim Confederations Cup im Juni dabei zu sein.

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