20051201 kicker: Philipp Lahm vor dem Spiel gegen

München: Philipp Lahm vor dem Spiel gegen seinen Ex-Verein VfB

01.12.2005, 10:26

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Lahm: "Den meisten Druck mache ich mir selbst"

Schon wieder mittendrin: Philipp Lahm, hier gegen die Mainzer Gerber (li.) und Noveski.

© Kicker

kicker: Herr Lahm, darf man Ihnen schon zur Meisterschaft gratulieren, wenn der FC Bayern auch am Samstag in Stuttgart gewinnt?

Philipp Lahm: Mit Sicherheit nicht. Zur Herbstmeisterschaft vielleicht.

kicker: Mit welchen Gefühlen gehen Sie in das Spiel gegen Ihren Ex-Klub?

Lahm: Ich freue mich auf Samstag. Ich komme wieder dorthin, wo ich zwei schöne und erfolgreiche Jahre hatte, und ich freue mich, die Jungs mal wiederzusehen.

kicker: Haben Sie noch Kontakte zu VfB-Spielern?

Lahm: Klar. Vor allem zu Timo Hildebrand, aber auch zu zwei, drei anderen.

kicker: Dann wissen Sie auch, warum's nicht läuft beim VfB?

Lahm: Es ist immer schwer, wenn ein neuer Trainer und neue Spieler kommen. Alle brauchen Zeit sich einzugewöhnen; ich bin überzeugt, dass es in der Rückrunde besser läuft. Ich hoffe, dass der VfB in dieser Saison noch einen UEFA-Cup-Platz erreicht.

kicker: Dann hoffen Sie am Samstag auf ein Unentschieden?

Lahm: Natürlich nicht. Wir fahren überall hin, um zu gewinnen, auch nach Stuttgart.

kicker: In Stuttgart haben Sie Ihr Ziel, einen Titel zu gewinnen, verfehlt. Klappt's in dieser Saison bei Bayern?

Lahm: Ich bin nach München zurückgekommen, um so viele Titel wie möglich zu holen, und es sieht wirklich gut aus. Es läuft einfach bei uns.

kicker: Spielen Sie am Samstag erstmals nach Ihrem Kreuzbandriss von Beginn an?

Lahm: Keine Ahnung. Das werde ich erst kurz vor dem Spiel erfahren.

kicker: Sie haben die ersten beiden Bundesliga-Einsätze nach einem halben Jahr Pause hinter sich. Wie fühlen Sie sich?

Lahm: Richtig gut. Schon die ganze Rehabilitation verlief fast perfekt, es gab keine Rückschläge, das Knie wurde nie dick. Und auch auf dem Platz gibt's keine Probleme.

kicker: Was fehlt Ihnen noch zur alten Form?

Lahm: Eigentlich nur Spielpraxis.

kicker: Wo ist es schwerer, den Stammplatz zurückzugewinnen: In München oder in der Nationalelf?

Lahm: Das ist überall schwer. Bei Bayern spielen so viele Weltklasseleute, und auch zur Nationalmannschaft sind inzwischen viele gute junge Spieler gestoßen. Aber ich schaue nur auf mich, und ich bin so selbstbewusst zu sagen: Wenn ich meine Leistung bringe, dann spiele ich auch - beim FC Bayern und in der Nationalelf.

kicker: Bundestrainer Jürgen Klinsmann hat während Ihrer Verletzung mehrmals erklärt, dass Sie in seinen Planungen eine wichtige Rolle spielen. Sind solche Äußerungen eher Ansporn oder Belastung?

Lahm: Zunächst einmal fand ich es sehr schön, dass sich Jürgen Klinsmann und Oliver Bierhoff immer mal bei mir gemeldet und sich nach mir erkundigt haben, das hilft einem einfach. Und natürlich wird da auch ein gewisser Druck aufgebaut, aber den meisten Druck mache ich mir schon selbst.

kicker: Wie sieht die deutsche Viererkette bei der WM aus?

Lahm: Das ist noch lange Zeit hin, aber ich hoffe, dass der linke Verteidiger Philipp Lahm heißt. Ich will bei der WM von Anfang an spielen.

kicker: Spielt die Nationalelf unter Jürgen Klinsmann besser als unter Rudi Völler?

Lahm: Ich denke, wir spielen erfrischenderen Fußball, mehr nach vorne, mit mehr Zug zum gegnerischen Tor. Das ist schöner für die Zuschauer.

kicker: Auch erfolgreicher?

Lahm: Beim Confed-Cup hat man gesehen, dass wir mit der Unterstützung der Zuschauer ziemlich weit kommen können.

kicker: Viel Spielraum nach oben bleibt nicht - 2002 wurde Deutschland unter Völler Vizeweltmeister.

Lahm: Stimmt, aber ein bisschen Platz ist noch da.

Interview: Harald Kaiser


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